_Promis über Gott!

Glauben ist trendy: Drei Viertel der Jugendlichen glauben an Gott - und viele, auch Prominente, stehen in der Öffentlichkeit zu ihrer Überzeugung.

Rapper DMX tritt im Zürcher Volkshaus auf. Wummernde Bässe, verzückte Fans. Der Mann erzählt von Strassengangs, Autos und heissen Girls.Er knurrt und flucht. Doch am Schluss spricht der ruppige Rapper ein Gebet, ein einfaches Dankgebet - und geht still und leise von der Bühne.

«Ein Junge hat mir im Konfirmationsunterricht davon erzählt - er war fasziniert», sagt Simon Obrist, Mitarbeiter der Reformierten Kirche in Zürich. «Denn auf der Bühne sprach kein Weichei, sondern ein Mensch, der das brutale Leben der Strasse kennt - und dennoch ein offenes Herz hat.»

Jesus ist ein Hip-Hopper

Auch Thomas Duah (17) und Yannick Impengo (16), zwei Zürcher Rapper, besuchten das Konzert. Wie wars? Yannick rümpft die Nase und mäkelt: «DMX war schon gut. Aber er hat zu sehr den Macho herausgekehrt und zu viel geflucht.» Das passt nicht ins Konzept der beiden Zürcher Hip-Hopper. Sie wollen sauberen Rap machen und von Jesus predigen.

Thomas und Yannick bekennen sich, das Mikrofon in der Hand, laut und deutlich zum christlichen Glauben. Und sie sind nicht die Einzigen: Auch junge Schweizer Prominente aus Fernsehen und Musikszene haben in den letzten Wochen öffentlich gesagt, dass Jesus ihr Leben verändert habe.

«Der Glaube hat einen freundlicheren und hilfsbereiteren Menschen aus mir gemacht», sagt TV-Moderatorin Stéphanie Berger.

Ein Weg aus der Leere

Wie kommen solche inneren Wandlungen zustande? Am Anfang dieses Prozesses steht bei jungen Menschen oft ein Unbehagen: Man möchte dem eigenen Leben eine neue Richtung geben. Oder man klagt über eine innere Leere. Andere wollen von Suchtmitteln oder Drogen wegkommen.

«Drogen oder Alkohol sind oft verzweifelte Hilfsmittel, um eine innere Lücke zu füllen», sagt Diakon Simon Obrist. «Auch Einsamkeit ist unter Jugendlichen ein riesiges Problem. Aber nur wenige trauen sich, ihrer Sehnsucht nach Liebe Ausdruck zu geben.»

Kirchliche Organisationen versuchen die Jugendlichen für ihre Botschaft zu gewinnen: Neben den grossen Landeskirchen werben auch Freikirchen um ihr Interesse. Die umstrittene Freikirche International Christian Fellowship (ICF) in Zürich feiert jeden Sonntag Gottesdienste mit mehr als 1000 Teilnehmenden.

Meditation statt Hektik

Katholiken und Reformierte überlegen sich, mit welchen neuen Formen sie Jugendliche besser ansprechen könnten.

Ronald Jenny leitet eine Meditationsgruppe für junge Menschen. Eine Oase der Ruhe, in der auch religiöse Fragen besprochen werden. «Ich versuche, jungen Leuten Appetit auf tiefere geistige Er fahrungen, das heisst auf

Spiritualität, zu vermitteln», umschreibt der Seelsorger und Sozialpädagoge der katholischen Jugendseelsorge in Zürich seine Arbeit. Sein Motto: «Wer in unserer lauten und hektischen Zeit ausser sich gerät, sollte in sich gehen.»

Ronald Jenny glaubt an die Chance der Religion: «Die angeblich so konsumversessene Jugend ist keine Jugend ohne Gott.» Die grosse Mehrheit der Jugendlichen - es sind 73 Prozent - glaubt, dass Gott oder ein höheres Wesen existiert. Das hat eine Umfrage der Arbeitsgruppe Spiritualität bei mehr als 1000 Jugendlichen in der deutschsprachigen Schweiz ergeben. Ein Viertel der Jugendlichen sind «exklusive Christen», sie stützen sich ausschliesslich auf die Lehren ihrer Kirche - und lehnen andere religiöse Vorstellungen wie zum Beispiel die Idee der Wiedergeburt ab.

Kirchen bleiben leer

Drei von vier Jugendlichen stehen also der Religiosität offen gegenüber. Das heisst aber nicht, dass sie sich der Institution Kirche zuwenden. Denn Religion wird zunehmend privatisiert. Das belegen Sonntag für Sonntag die leeren Kirchenbänke. In Zahlen ausgedrückt: Jeder vierte Jugendliche betet, aber nur jeder zwanzigste geht jede Woche zur Kirche. «Allen öffentlichen Bekenntnissen zum Trotz: Glauben ist etwas sehr Intimes und Persönliches geworden», erklärt Ronald Jenny.

Carl J. Wiget





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